Being Philotas.

Marina Schutte. Bühnenbild.

Being Philotas.

Wofür es sich zu sterben lohnt.Eine Sehnsuchtsparty für Heimatlose.

Nach G.E. Lessing

 

2013 ANALOGTHEATER

 

Fotos: Christof Wolff

Uraufführung: 4. September 2013, Studiobühne Köln

 

Regie, Konzept, Text und Video: Daniel Schüßler

Dramaturgie und Text: Sandra Röseler

Bühne: Marina Schutte

Kostüm: Pina Starke

Musikalische Leitung: Thilo Schölpen

Video: Anna Baranowski

Produktionsassistenz: Giovanna Gilges

Licht: Ennelin Reich

 

Mit: Dorothea Förtsch, Yuta Hamaguchi, Anja Lautermann, Uwe Moellhusen,

Mirco Monshausen, Thilo Schölpen, Daniel Schüßler, Marina Schutte,

Andreas van der Wingen

 

 

ZUM STÜCK

 

Aufs Sterben? - Auf weiter nichts? - O fürwahr, der Mensch ist mächtiger,

als er glaubt, der Mensch, der zu sterben weiß - Philotas in Philotas von Lessing

 

Philotas ist ein junger Prinz, der im Krieg in feindliche Gefangenschaft gerät.

Dort erfährt er, dass sein Vater spiegelbildlich ebenfalls den Sohn des feindlichen Königs gefangen hält.

Philotas entscheidet sich zum Selbstmord. Ein politischer Selbstmord, der seinem Land den entscheidenden Kriegsvorteil verschaffen wird.

Mutig! Doch: Was ist ein Held ohne Menschenliebe?

 

Das neue ANALOG-Projekt BEING PHILOTAS untersucht, ausgehend von Lessings Kurzdrama, die Frage: Wofür lohnt es sich zu sterben, wofür lohnt es sich zu leben? -

Wie stillt man die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Bedeutung?

Die Begeisterung, der Rausch und die Selbstaufgabe, mit der Philotas sich in den Tod wirft, ist unserer übersättigten Gesellschaft metaphorisch abhanden gekommen.

Wofür würden wir in einer zunehmend flexiblen, globalisierten und neoliberalen Welt noch einmal so brennen, dass wir maximal unser Leben opfern würden?

Wie viel Ideologie braucht, will und schafft der Mensch?

 

Willkommen im Wald: In einem künstlerischen Befreiungskampf gehen wir auf die exemplarische Suche nach einem wertfreien Ur-Zustand der flüssigen Naivität und dem utopischen Raum der Erfüllung - dem gänzlichen Aufgehen in der Idee oder der Gemeinschaft, dem Ende des Zynismus und der Auflösung der Distanz zwischen dem ICH und dem EUCH im UNS. Die Geschichte, die Symbole der Dinge und der eigenen Lebenserfahrungen, durch die wir hart und kristallin geworden sind und die uns blockieren, werden performativ neu gelebt, bewertet und ausprobiert.

Impressum Copyright Marina Schutte © All Rights Reserved