Dosenfleisch

Marina Schutte. Bühnenbild.

Dosenfleisch

von Ferdinand Schmalz

 

2018 eine Inszenierung von Magdalena Schönfeld

Fotos: Marina Schutte

Premiere: 26. Januar 2018 Studio Werkhaus Nationaltheater Mannheim

 

 

Trailer!

 

Regie: Magdalena Schönfeld

Bühne, Kostüm und Video: Marina Schutte

Komposition: Jan Paul Werge

Dramaturgie: Bastian Boß

 

beate: Celina Rongen

jayne: Katharina Hauter

rolf: Sven Prietz

der fernfahrer: Jacques Malan

 

 

Zum Stück

 

 

Eine Autobahnraststätte in der Todeszone.

Hier häufen sich die Unfälle in verdächtigem Maße. Beate heißt die Frau von der Tanke. Neuer Raststättengast ist Versicherungsmensch Rolf, den es an den Ort zieht, an dem der nächste Crash schon in der Luft liegt. Hier ein Sekundenschlaf, da ein Fehler oder der plötzliche Wintereinbruch, schon rast ein Fernfahrer durch die Ladung eines verunfallten Kollegen.

Die Schauspielerin Jayne hat bereits einen Zusammenstoß hinter sich.

Beate hat sie wieder zusammengeflickt. Jetzt sind beide um eine wichtige Erfahrung reicher: Erst im Unfall merkt man, dass man lebt. Fortan sorgen sie für ein Revival des authentischen Gefühls. Die Massenkarambolage ist ihr Handwerk, der Total-Infarkt ihr Ziel. Wer ihnen in den Weg kommt, wird zu Dosenfleisch gefroren. Erst wenn die Wildnis die Straße zurückerobert, werden sie rasten.

 

Ferdinand Schmalz, 1985 als Matthias Schweiger in Graz geboren, schreibt laut Eigenaussage »schmalzig« und mit einer deftigen Portion Sprachwitz. 2014 wurde er von Theater heute zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gekürt, 2017 gewann er in Klagenfurt den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis.

Nachdem Magdalena Schönfeld in der Spielzeit 2016/2017 Goethes Wahlverwandtschaften als szenische Lesung einrichtete, gibt sie nun mit dosenfleisch ihr Regiedebüt am Nationaltheater.

 

 

Pressestimmen

 

»Komisch, makaber, sprachverspielt und ironiegesättigt – all das ist „dosenfleisch“ […].« (Rhein-Neckar-Zeitung, 29.01.2018)

 

 

»Der mörderische Plot des Stücks ist eigentlich banal. Aber es ist wie so oft in der Kunst: Es kommt nicht auf das Was an, sondern auf das Wie. Wie sprachversiert nämlich dieses Stück gebaut ist; wie pfiffig und feinfühlig es die Regisseurin Magdalena Schönfeld auf die kleine Studiobühne des Nationaltheaters Mannheim gebracht hat; wie nuanciert und treffend das Quartett zu spielen versteht; wie stimmig und stilbewusst Marina Schutte den Abend im Retro-Look ausgestattet hat; und wie bereitwillig sich das Publikum auf all das einlässt.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 29.01.2018)

 

 

»Wo Unfälle sich häufen, ist der Versicherungsvertreter nicht weit. Rolf heiß er. Sven Prietz, pikfein gekleidet, spielt ihn als wunderbar verklemmten Voyeur, der den Verkehrsfluss begierig durchs Fernglas beobachtet, Fotos von Verunglückten sammelt und […] über seine Gefühle zu Jayne nachdenkt.« (Mannheimer Morgen, 29.01.2018)

 

 

»Celina Rongen und Katharina Hauter spielen die beiden Tankstellen-Girls, als wären sie geradewegs den mysteriös-gefährlichen Filmwelten David Lynchs entsprungen.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 29.01.2018)

 

 

»[Jacques Malan] markiert den ruhenden Pol in dieser unheilvollen Atmosphäre und verkündet freundlich lächelnd lebenspraktische Normalitäten.« (Mannheimer Morgen, 29.01.2018)

 

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